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Haus der Stille Bellin. Fotos: D. Vogel
Zahlreiche Gäste bei der Einweihungn.
In der Dorfkirche Bellin fand der Gottesdienst statt.
Landesbischof Dr. Andreas von Maltzahn hielt die Predigt.
Haus der Stille Bellin feierlich eingeweiht
 
Güstrow (cme/dav). Bernhard von Clairvaux, der Kirchenlehrer des Mittelalters, war überzeugt, dass aus dem Schweigen alle Kraft kommt. Für diese innere Einkehr, aber auch persönliche Begegnung, gibt es in Mecklenburg eine neue Adresse: Das ehemalige Pfarrhaus in Bellin bei Güstrow ist am Samstag (20. August 2011) nach umfangreicher Sanierung mit einem Gottesdienst eröffnet worden.
 
In seiner Predigt sagte Landesbischof Dr. Andreas von Maltzahn: „Einen weiteren besonderen Ort der Einkehr haben wir nun im Herzen Mecklenburgs. In einer Zeit zunehmender Arbeitsverdichtung und wachsender Zwänge, mit immer weniger Mitteln immer noch mehr zu erreichen, stehen wir in der Gefahr, nur noch zu 'funktionieren'. Das äußere Leben in Familie und Beruf verlangt alle Kraft. Das innere Leben kommt häufig zu kurz. Wir brauchen Freiräume, um wieder selbst zur Quelle zu gehen, brauchen Zeiten und Räume, uns unterbrechen zu lassen. Das Haus der Stille Bellin ist ein solcher Freiraum - ein Ort, wo die Tiefendimension des Lebens Raum gewinnt. Ein Ort, an dem die Menschen zu sich selber finden können, weil sie sich an Gott verlieren.“
 
Künftig wird in dem 200 Jahre alten Fachwerkhaus ein regelmäßiges Programm von monatlichen Einkehrtagen und Seminarwochen angeboten. „Außerdem sind Einkehrzeiten für Einzelpersonen möglich“, so der Landespastor im Amt für Gemeindedienst und Vorsitzende des Fördervereins Christian Höser. Die Teilnehmerzahl an Gruppenangeboten könne zurzeit bei 8 bis maximal 14 Personen liegen. In der künftigen Nordkirche werden übrigens drei Einrichtungen als künftige Einkehrzentren angesehen: das Ansverus-Haus in Aumühle, das Haus der Stille in Weitenhagen bei Greifswald sowie das Haus der Stille in Bellin.
 
Der Wunsch, das alte Pfarrhaus in Bellin als Einkehrhaus zu nutzen, bestand bereits seit Mitte der 1980er-Jahre. Ideengeber und Förderer ist der frühere Landesbischof Christoph Stier. Doch zu DDR-Zeiten widersprach der Staat vehement allen Überlegungen, das seit 1980 unbewohnte Haus für spirituelle Einkehr umzubauen. Erste Projekte nach 1990 scheiterten ebenfalls, bis sich im Jahr 2000 der „Verein Haus der Stille“ gründete und den Fachwerkbau von der Landeskirche übernahm. Baustart war bereits drei Jahre später.
 
„Mit viel persönlichem Engagement der derzeit 44 Vereinsmitglieder, eines Berufsbildungsvereins, der mit jungen Handwerkern das Haus sanierte, und dank großzügigen Spendern, wie beispielsweise der Hermann-Reemtsma-Stiftung, konnte das ,Wunder von Bellin’ Gestalt werden“ sagt Christian Höser. Zudem freut er sich, dass der Verein Haus der Stille Bellin e.V. auch als landeskirchliches Werk anerkannt wird. Diesen Status hatte die mecklenburgische Kirchenleitung im Juni zugesprochen und folgte damit einem entsprechenden Antrag des Vereins, der seine Arbeit weiterhin „bewusst im Rahmen der Landeskirche und im Sinne des Auftrages der Kirche tun möchte“, so Oberkirchenrat Andreas Flade, der ebenfalls Vereinsmitglied ist.
 
(21.08.2011)
 
 
>> Der Einweihungstag in Bildern
 
>> Die Predigt von Landesbischof Dr. Andreas von Maltzahn
 
>> www.hausbellin.de