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Graphik- und Medaillenkuns

Barlach-Stiftung zeigt Schau zum Ersten Weltkrieg

10.10.2018 ǀ Güstrow.  Mit ihrer letzten Sonderausstellung in diesem Jahr will die Ernst Barlach Stiftung in Güstrow an das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren erinnern. Die Schau "Der Große Krieg im Kleinformat. Graphik- und Medaillenkunst zum Ersten Weltkrieg" wird am Sonnabend (13. Oktober, 15 Uhr) im Ausstellungsform-Graphikkabinett am Heidberg eröffnet, teilte die Stiftung am Dienstag mit. Bis zum 24. März 2019 werden 22 Plastiken von Ernst Barlach (1870-1938), Rudolf Belling (1886-1972), Richard Scheibe (1879-1964) und anderen Bildhauern gezeigt. Erweitert werde dies durch das Medium der Medaille bei Ludwig Gies (1887-1966).

Über 150 Künstlergraphiken und -flugblätter von Barlach und anderen zeitgenössischen Künstlern belegten eindringlich, wie diese Mittel der Kunstpropaganda in massenhafter Verbreitung die Wahrnehmung des Krieges prägten. Aus Sicht bildender Künstler werde der Erste Weltkrieg in thematischen Gruppen als epochales Weltgeschehen ins Bild gesetzt. Die Präsentation entstand in Kooperation mit der Letter Stiftung (Köln). Zur Ausstellung erscheint eine umfangreiche, reich illustrierte Publikation.

Der umfangreiche Nachlass Ernst Barlachs in Güstrow verdeutliche mit bedeutenden Werken auch die Auseinandersetzung des Künstlers mit dem Ersten Weltkrieg und seinen Folgen, hieß es. Nach anfänglicher Kriegsbegeisterung wandelte sich der Künstler zum entschiedenen Gegner von Krieg und Gewalt.

Barlach beteiligte sich 1914 und 1915 mit elf Arbeiten an der wöchentlich erscheinenden Zeitschrift "Kriegszeit", die sein Verleger Paul Cassirer herausgab. Sie gehörte zu den bekanntesten Künstlerflugblättern, die von 1914 bis 1916 erschienen. Die meisten der etwa 250 Lithographien der "Kriegszeit" steuerten August Gaul (52) und Max Liebermann (26) bei.

"Die meisten Künstler und Schriftsteller bedienten sich verbreiteter Stereotypen in Text und Bild", hieß es. Diese populäre Form der Propaganda, die auf Vorurteilen, festgefügten Weltbildern und fragwürdigen Kausalzusammenhängen aufgebaut gewesen sei, habe sowohl bei den Urhebern als auch beim Publikum großen Zuspruch gefunden.

Neben dem 1896 gegründeten "Simplicissimus", dem wohl nur 1915 in Berlin erschienenen "Wieland" sowie dem "Zeit-Echo" gab es weitere Künstlerflugblätter. In diesen propagandistischen Publikationen sei wenig von den Schrecken des Krieges zu sehen gewesen, hieß es. Die unmissverständliche Position, sich gegen den Krieg im Bild zu artikulieren, die nach 1918 vor allem von George Grosz und Otto Dix bezogen wurde, sei in der "Kriegszeit" nicht zu erkennen. Heute gelten Cassirers Künstlerflugblätter "Kriegszeit" und "Der Bildermann" als die wichtigsten, an denen sich auch ein ideologischer Wandel nachvollziehen lasse, vor allem durch die Biographie der Herausgeber und durch die veränderte Einstellung der Künstler zum Krieg
Quelle: epd

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