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Pommerscher Evangelischer Kirchenkreis

Barbara Schlicht ist neue Referentin für die Arbeit mit Kindern

14.03.2014 ǀ Greifswald.  Wenn Barbara Schlicht von der Arbeit mit Kindern spricht, springt der Funke der Begeisterung schnell über. „Die Arbeit mit Kindern hat vor allem viel mit Herzlichkeit und mit der Wahrnehmung der Kinder mit all ihren Anliegen zu tun“, ist die studierte Gemeinde- und Sozialpädagogin überzeugt. Seit Beginn dieses Monats ist die 56-Jährige als Referentin für die Arbeit mit Kindern im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis tätig. Ihr Büro befindet sich im Regionalzentrum kirchlicher Dienste, Karl-Marx-Platz 15, in Greifswald. Doch sie wird oft unterwegs sein: „Überall, wo im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis mit Kindern gearbeitet wird, will ich Mitarbeitende unterstützen, beraten und vernetzen.  Dafür ist es unerlässlich, mich mit dem aktuellen Stand vertraut zu machen. In den ersten Wochen und Monaten möchte ich daher vor allem die Leute vor Ort besuchen und kennenlernen.“

Kindgerechtes Konzept für den Familiengottesdienst

Ein ambitionierter Plan, reicht doch der Kirchenkreis mit seinen 170 Gemeinden grob umrissen von Prerow bis nach Gartz (Oder) und von Sassnitz bis nach Altentreptow. Einer der inhaltlichen Schwerpunkte wird dabei das Thema Kindergottesdienst sein. „In diesem Zusammenhang beschäftigt mich insbesondere die Frage, wie es gelingen kann, konfessionslose Familien einzuladen“, so die Referentin. Dabei helfen könnte eine besondere Form des Familiengottesdienstes, die Familienkirche, mit der sich Barbara Schlicht bereits beschäftigt hat. „In diesen Familiengottesdiensten geht es kindgerecht zu.  Eine elementare Liturgie und sinnliche, mit Bodenbildern gestaltete biblische Geschichten können Kinder und Erwachsene gleichermaßen ansprechen und berühren.“

Wertschätzung als Leitlinie

In ihrer Funktion als Referentin für die Arbeit mit Kindern kann Barbara Schlicht auf ihre Erfahrungen als Religionslehrerin zurückgreifen. Zehn Jahre war sie an verschiedenen Schulen in Vorpommern tätig. „Die Arbeit als Religionslehrerin habe ich unglaublich gerne gemacht. Christliche Inhalte so zu vermitteln, dass auch die Kinder ohne kirchlichen Hintergrund einen Zugang dazu finden können, diese Frage stand für mich dabei im Mittelpunkt. Meistens konnte ich bei den Kindern keinerlei Vorwissen oder Erfahrung aus dem christlichen Kontext voraussetzen. Wenn ich mit den  Kindern zum Beispiel über das Thema Beten sprach, bekam ich zuerst die Geste hinduistischer Meditation zu sehen und ein ‚Om‘ zu hören“, erinnert sich die Pädagogin mit einem verständnisvollen Lachen. „Auch wenn mir der Abschied vom Unterrichten nicht leicht fiel, so war es mir doch wichtig, noch einmal eine Herausforderung im kirchlichen Umfeld anzunehmen und in ein neues Aufgabenfeld einzusteigen“, so Barbara Schlicht über den Beginn als Referentin für die Arbeit mit Kindern. „Die Kinder wertschätzen und aktive Beziehungsarbeit zu leisten, das waren schon meine Leitlinien als Religionslehrerin. Das möchte ich auch in meine neue Tätigkeit transportieren.“

Kinder sind als Kinder gefragt

Während ihrer Zeit als Lehrerin waren die Begegnungs- und Erlebnispunkte allerdings immer auf den 45-Minuten-Takt einer Schulstunde eingeschränkt. Eine Kirchengemeinde habe da ganz andere Möglichkeiten, so die Pädagogin. „In der Kirche geben wir den Kindern Raum, Kind zu sein. Kindsein hat sich ja in vieler Hinsicht verändert.  Wie oft sind Kinder heute nur als Konsumenten von Interesse und werden mit ‚digitalen Spielzeugen‘ ruhiggestellt! Viele Kinder sind sehr allein in ihrer Freizeit,  gerade im ländlichen Raum ist es für sie schwierig, sich mit Gleichaltrigen zu verabreden und zu spielen. Da bietet die kirchliche Arbeit mit Kindern einen Raum für das Erleben von Gemeinschaft bei Entspannung und Spiel, bei der unmittelbaren Begegnung, bei Erzählen und Zuhören und nicht zuletzt beim gemeinsamen Essen. - Katechetinnen, Gemeindepädagogen und Ehrenamtliche leisten das in den Gemeinden überall im Kirchenkreis und darin möchte ich sie bestärken und unterstützen“, so Barbara Schlicht. Aufgrund ihrer Lehrtätigkeit an Schulen sieht sie in der Zusammenarbeit mit Religionslehrerinnen und -lehrern Potential für die Arbeit mit Kindern. „Ich möchte auch auf Religionslehrerinnen und Religionslehrer zugehen, um über mögliche Verbindungen zu den Kirchengemeinden nachzudenken und, wenn es geht, um engere Kontakte zu knüpfen.“ So würden fruchtbare Synergieeffekte entstehen, hofft Barbara Schlicht. Ein weiteres Projekt auf ihrer Agenda ist die Vorbereitung des Kinderkirchentags im Rahmen des Ökumenischen Kirchentags in Stralsund am 20. September.

Balance zwischen Beruf und Privatleben

Noch pendelt die Referentin täglich zwischen ihrem Wohnort Pasewalk und Greifswald. In Kürze jedoch geht ihr Mann, der Pfarrer im Kirchenkreis ist, in den Ruhestand. „Dann wollen wir uns ein neues Domizil suchen, vielleicht zwischen Greifswald und Stralsund“, so die Referentin über ihre privaten Zukunftspläne. Ihr Sohn zieht dann nicht mehr mit um. Er ist erwachsen und studiert in Berlin. Bei all ihren Plänen für den Neustart als Referentin für Arbeit mit Kindern sucht Barbara Schlicht die Balance zwischen Beruf und Privatleben: „Mein Hund verlangt nach regelmäßigen und ausgiebigen Spaziergängen. Das wirkt sehr ausgleichend“, sagt Barbara Schlicht und lacht erneut ihr ansteckendes Lachen. Außerdem sang sie bisher gerne im Pasewalker Gospelchor mit, denn „Singen tut einfach gut!“ Und auch ein guter Krimi oder die Arbeit im heimischen Garten sind geeignet, um ihre Akkus wieder aufzufüllen. „Ich pflege unseren kleinen Kräutergarten, weil wir in unserer Familie gerne mit frischen Zutaten kochen. Aber auf jeden Fall pflanze ich Blumen, ich hab`s eben gern bunt“, sagt sie lächelnd.
Quelle: PEK (sk)