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Ausstellung zum evangelischen Pfarrhaus in Greifswald

Protestantische Institution im Umbau

„Die Pfarrerskinder“, Johann Peter Hasenclever, um 1847
31.01.2015 ǀ Greifswald.  Unter dem Titel "Leben nach Luther. Eine Kulturgeschichte des evangelischen Pfarrhauses" wird am Sonntag (1. Februar, 11 Uhr) im Greifswalder Dom eine Wanderausstellung eröffnet. Auf 30 Bild- und Texttafeln wird die Geschichte des evangelischen Pfarrhauses vom Ursprung bis zur Gegenwart nachgezeichnet.

„Das Bild des Pfarrhauses war lange geprägt von Stereotypen, Idealisierung und einer ‚Hall of Fame‘ bemerkenswerter Persönlichkeiten aus Kunst, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft, die aus Pfarrfamilien stammten oder selbst den Talar trugen“, heißt es im Begleittext der Ausstellung. „Glaube, Bildung und Kultur machten den Kern des reformatorischen Programms aus. Das Pfarrhaus sollte dies alles seit den Anfängen in Wittenberg vorbildlich verkörpern – eine Erwartung, die Geistliche, Pfarrfrauen und ihre Kinder nicht selten auf eine harte Probe stellte.“

In der heutigen Zeit befinde sich das Pfarrhaus, als über Jahrhunderte hinweg Identität stiftende Institution des Protestantismus, im Umbau, so Sonja Trautmann, Sprecherin des Deutschen Historischen Museums. In einer Zeit veränderter Rollenmodelle, Lebensformen und religiöser Praxis sei das „klassische“ Pfarrhaus nur noch eine von vielen Möglichkeiten, das geistliche Amt in den Gemeinden auszuüben. Die Ausstellung illustriert dies mithilfe zahlreicher Abbildungen und zeigt die Entwicklung des Pfarrhauses im Laufe der Zeit auch in anderen europäischen Ländern.

Hervorgegangen ist die Wanderausstellung aus einer Schau, die bis zum Frühjahr 2014 im Deutschen Historischen Museum in Berlin zu sehen war. Die Ausstellung präsentiert facettenreich die Entwicklung einer der prägendsten evangelischen Institutionen von der Reformation bis zur Gegenwart. Ergänzt wird die Präsentation durch einige Modelle, Medienstationen und museumspädagogische Elemente.
Quelle: PEK (sk/dav)

Die Wanderausstellung ist bis zum 26. März von Montag bis Sonnabend in der Zeit von 10 bis 16 Uhr und Sonntag von 11.30 bis 15 Uhr im Greifswalder Dom zu sehen. Nächster Ausstellungsort ist Dresden.