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Pommersches Landesmuseum

Ausstellung "Luthers Norden" in Greifswald eröffnet

Titelbild zur Ausstellung "Luthers Norden"
14.05.2017 ǀ Greifswald.  Es ist die größte Ausstellung zum Reformationsjubiläum in der Nordkirche: Unter dem Titel "Luthers Norden" wurde die Schau am Sonntag im Pommersche Landesmuseum eröffnet.

Gezeigt werden 137 "hochkarätige Originale", unter anderem Alltagsgegenstände, Schriften und Gemälde, sagt Museumsdirektor Uwe Schröder. Zu sehen sind beispielsweise acht Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren, darunter seine Portraits von Martin Luther und Philipp Melanchthon.

Die Ausstellung wurde gemeinsam mit der Nordkirche und dem Landesmuseum Schloss Gottorf in Schleswig-Holstein erarbeitet und wird bis zum 3. September in Greifswald gezeigt. Im Anschluss soll sie nach Gottorf weiterwandern. Sichtbar und erlebbar gemacht werden die Wege, Personen und entscheidenden Stationen der Ausbreitung und Festigung des neuen Glaubens im Norden: in Dänemark, Schleswig-Holstein, Mecklenburg und Pommern.

Eintritt frei für alle bis 18 Jahre!

Dazu begleiten unter anderem Filme, Animationen und Hörstationen die originalen Exponate. Durch den Einsatz neuer Medien soll gezielt auch junges Publikum für die Schau begeistert werden, so Museumsdirektor Schröder weiter. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre können die Ausstellung kostenlos besuchen. Die Bürgerstiftung Vorpommern übernimmt die Eintrittskosten.

Anlass für das Reformationsjubiläum ist der Thesenanschlag von Martin Luther vom 31. Oktober 1517 an die Wittenberger Schlosskirche. Der Thesenanschlag gilt als Ausgangspunkt der Reformation und somit als weltweite Geburtsstunde des Protestantismus. Auch wenn Luther selbst sich nie im Norden aufgehalten habe, entwickelten seine Ideen dort eine besondere Dynamik, so Uta Kuhl vom Landesmuseum Schloss Gottorf.

Größtes lutherisch geschlossenes Gebiet Europas

Fast alle Gebiete im Norden und rings um die Ostsee schlossen sich der Reformation an. Damit sei dort das bis heute größte lutherisch geschlossene Gebiet Europas entstanden - laut Kuhl "eine Tatsache, die manche der aktuellen Reformations-Ausstellungen leicht übersehen". Die Ausstellung widme sich vor allem auch den kulturellen Wirkungen der Reformation, so Kuhl weiter. So sei die evangelische Romantik eine unmittelbare kulturgeschichtliche Folge, ablesbar unter anderem in den Gemälden von Caspar David Friedrich ("Ruine Eldena im Riesengebirge") und Philipp Otto Runge ("Petrus auf dem Meer").

Für den Greifswalder Theologen Roland Rosenstock, der die medialen Installationen der Ausstellung fachlich begleitet hat, liegt der Schwerpunkt darauf, die Bedeutung der Reformation für die Gegenwart zu verdeutlichen. Dazu gehöre auch, die nationalprotestantische Interpretation Luthers aus dem 19. Jahrhundert zu überwinden. "Man hat Luther zu einem Heiligen gemacht, das hat er nicht gewollt. Wir müssen zu Martin Luther zurückkehren".
Quelle: epd

Info

Die Ausstellung "Luthers Norden" ist bis zum 3. September dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr im Pommerschen Landesmuseum (Rakower Straße 9, 17489 Greifswald) zu sehen.

Weitere Informationen unter: www.luthers-norden.de und www.pommersches-landesmuseum.de