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Kirchengemeinde Demmin erhielt Nagelkreuz von Coventry

Aus dem Ende wurde ein Anfang

John Witcombe (rechts), Dekan der Kathedrale von Coventry, übergab das Nagelkreuz während des Gottesdienstes in der Demminer Kirche St. Bartholomaei an Pastor Norbert Raasch.
21.09.2020 ǀ Demmin.  Die Evangelische Kirchengemeinde Demmin ist seit dem vergangenen Sonntag, 20. September, Teil der weltweiten Versöhnungsbewegung von Coventry. Während eines Gottesdienstes in der Kirche St. Bartholomaei übergab John Witcombe, Dekan der Kathedrale von Coventry, als sichtbares Symbol dafür ein Nagelkreuz. Wie Pastor Norbert Raasch mitteilte, wurde das Nagelkreuz eigens für die Demminer Kirchengemeinde angefertigt und wird künftig in der Kirche zu sehen sein. In seiner Predigt berichtete John Witcombe von der Entstehung des ersten Nagelkreuzes und vom Beginn der Versöhnungsbewegung.
 
Dachbalkennägel zum Kreuz verbunden
 
Während eines verheerenden deutschen Bombenangriffs am 14. November 1940 auf die englische Stadt Coventry ging die St.-Michaels-Kathedrale in Flammen auf. „Aber was das Ende sein sollte, wurde stattdessen ein ganz besonderer Anfang“, so John Witcombe. Am nächsten Morgen habe der Steinmetz der Kathedrale in den schwelenden Ruinen bemerkt, dass zwei verkohlte Balken in Form eines Kreuzes inmitten des umgestürzten Mauerwerks lagen. „Er band sie zusammen und stellte sie hinter einem Altar aus Steinen der zerbrochenen Säulen auf. Und ein Priester nahm drei der langen mittelalterlichen Nägel, die das Dach zusammengehalten hatten, und formte sie zum ersten Coventry-Kreuz der Nägel - ein starkes Zeichen der Gegenwart Christi inmitten der Zerstörung.“
 
Versöhnung gelingt mit Hilfe Gottes
 
Heute umfasse die Nagelkreuzgemeinschaft mehr als 250 Partner in 30 Ländern, die sich für die Versöhnungsarbeit einsetzen, so John Witcombe. „Viele, besonders hier in Deutschland, tun dies als Reaktion auf ihre eigenen Erfahrungen mit Gewalt und Verwüstung. Gemeinsam wissen wir, dass die Hoffnung auf unsere individuelle Zukunft in einer besseren Zukunft für alle liegen muss.“ Die Versöhnung könne jedoch nur mit der Hoffnung auf die Hilfe Gottes gelingen. Zudem sei Versöhnung in diesem Leben nie zu Ende, sondern eine „Reise von einer zerbrochenen Vergangenheit in eine gemeinsame Zukunft“, sagte John Witcombe. „Ich weiß, dass Sie hier in Demmin einige dieser Wunden der Geschichte aufgedeckt haben, damit sie Heilung finden können. Indem Sie sich heute der Nagelkreuzgemeinschaft anschließen, bieten Sie Ihre Geschichte der Versöhnung und Heilung auch anderen an.“
Quelle: PEK (sk)

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