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Armutsbericht 2020

Armutsquote in MV leicht gesunken

21.11.2020 ǀ Schwerin.  Die Armutsquote in Mecklenburg-Vorpommern ist im Vergleich zum Vorjahr leicht um 1,5 Prozentpunkte auf 19,5 Prozent gesunken. Das geht aus dem aktuellen Armutsbericht 2020 des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes hervor, wie der Paritätische am Freitag in Schwerin mitteilte. Trotz dieser positiven Entwicklung gehöre Mecklenburg-Vorpommern jedoch nach wie vor zu den am stärksten von Armut betroffenen Bundesländern.

Das nordöstlichste Bundesland landete demnach im Ländervergleich auf dem drittletzten Platz vor Sachsen Anhalt und Schlusslicht Bremen. Bayern und Baden-Württemberg zeigten mit 11,9 und 12,3 Prozent mit Abstand die "besten" Werte, hieß es. Es sei ein "positives Signal, dass die Armut in Mecklenburg-Vorpommern zumindest leicht gesunken ist", sagte der Vorsitzende des Paritätischen, Friedrich Wilhelm Bluschke.

Jedoch sei es bisher nicht gelungen, die Armutsquote nachhaltig zu senken. "Wir brauchen schnellstmöglich Reformen in der Bildung, in der Alterssicherung sowie eine individualisierte Arbeitsmarktförderung und eine gute Infrastruktur, die alle mitnimmt", forderte Bluschke mit Blick auf die Folgen der Corona-Krise. Insbesondere Alleinerziehende und ältere Menschen im ländlichen Raum würden abgehängt.

Das belege auch die in MV am stärksten von Armut betroffene Region Vorpommern mit einer Armutsquote von 21,7 - deutschlandweit auf Platz fünf der ärmsten Regionen. Der Lockdown im Frühjahr mit der Schließung von Kindergärten, Obdachloseneinrichtungen, Beratungsstellen, Jugendclubs und vielen anderen Angeboten habe gezeigt, wie wichtig soziale Infrastruktur für ein funktionierendes Gemeinwesen und insbesondere für unterprivilegierte Bevölkerungsgruppen ist.

Bundesweit besonders von Armut betroffen sind wie in den Vorjahren Alleinerziehende (42,7 Prozent), Erwerbslose (57,9 Prozent), Menschen mit niedriger Qualifikation (41,7 Prozent) und Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit (35,2 Prozent). Die Armutsquoten für diese Gruppen haben laut Studie im Vergleich zum Vorjahr noch einmal zugenommen. Die stärkste Zunahme von Armut ist bei Rentnern festzustellen: Die Armutsquote stieg seit 2006 um 66 Prozent.

Der Paritätische Gesamtverband untersucht in der vorliegenden Studie die Armutsentwicklung auf Länder- und Regionalebene. Armutsgeografisch zerfällt Deutschland demnach in zwei Teile: im gut gestellten Süden haben Bayern und Baden-Württemberg eine gemeinsame Armutsquote von 12,1 Prozent. Außerhalb von Bayern und Baden-Württemberg lebe bei einer Quote von 17,4 Prozent durchschnittlich mehr als jeder Sechste unterhalb der Armutsgrenze, hieß es.
Quelle: epd

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