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Arbeit mit Frauen in den Kirchenkreisen Mecklenburg und Pommern

Andacht


Vor kurzem stand in der Kirchenzeitung ein Artikel über die Zehn Gebote (2. Mose 20). Der Autor schrieb darin, dass alle folgenden Gebote sich aus zwei Grundgeboten entfalten würden:
„Du sollst den Herrn, deinen Gott, liebhaben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit aller deiner Kraft“  (5. Mose 6,5) und
„Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (3. Mose 19, 18)
Beide Gebote nimmt Jesus auf, als er nach dem größten Gebot der Thora befragt wird, nachzulesen bei Matthäus 22, 37-40.
Lassen wir die Gebote in unser Herz, so lesen wir darin von der Liebe zu Gott, der Liebe zur Nächsten und zum Nächsten und der Liebe zu mir selbst. Die drei sind wie ein Kanon. Ein Kanon ist allein nicht zu singen. Da ist jede Stimme wichtig. Die Liebe zu Gott ist der Grundton, darauf bauen Nächstenliebe und Eigenliebe auf.

Unsere Ausrichtung auf Gott, ihn zu lieben, das allein kann schon vor Irrtümern bewahren, kann Unsicherheiten klären, hilft in der Rückbesinnung, festigt auf dem Lebensweg zu Gott hin. Eigentlich könnte jetzt hier ein Punkt stehen, denn es ist damit alles gesagt. Es ist an uns, es zu tun. Wir sind es, die das Herz öffnen sollten. Jeden Tag aufs Neue gilt es, dass wir uns daran erinnern, gilt es, Auszeiten aus der Geschäftigkeit zu suchen und so Raum zu schaffen für die göttliche Beziehung, für die Möglichkeit eines Kontaktes in beide Richtungen. In diesen Beziehungskanon gehören meine Nächste und mein Nächster.

In der Liturgie des diesjährigen Weltgebetstagsgottesdienstes von den Surinamerinnen hieß es „Gottes Schöpfung ist sehr gut“. Die Besinnung und Rückversicherung auf die Worte im ersten Schöpfungsbericht der Bibel ist angesichts von heftig spürbaren Umweltmissständen und massiven Verwerfungen in der Weltgemeinschaft der Menschen geboten. Sie stärkt unsere Hoffnung und gibt Mut in der Gestaltung eines jeden Tages. Jeden Tag dürfen wir uns daran erinnern – am Anfang, zu Beginn war alles gut.

Im Frauenwerk der Nordkirche hat gerade wieder ein Zweijahreszyklus begonnen, diesmal unter dem Motto – Und siehe, morgen war alles gut. Der Wortlaut irritiert und erstaunt. Wie passen Vergangenheit und Zukunft zusammen? Und was wird aus der Gegenwart?

Und siehe, morgen war alles gut - das ist heute eine Aufforderung zum Mittun. Die Kraft dafür kann erwachsen aus den „Liebesgeboten“. Wer Gott liebt, dieser Frau oder diesem Mann wird die gute Schöpfung,  wird die Nächste und der Nächste und wird auch sie sich selbst im Menschsein nicht egal sein. Diese Liebe macht fähig -zum Wahrnehmen, Mitfühlen und Handeln.

Es mag sein, dass wir uns dabei manchmal selbst im Wege stehen. Dann stolpern wir über die eigenen Füße. Dann gibt es wenig Verzeihen der eigenen Schwächen oder der meiner Nächsten, wenig Verständnis für undisziplinierte Gebärden im Autoverkehr oder für befremdliche Äußerungen anderer. Es gäbe da noch vielerlei anderes.

Solche Beschreibungen klingen relativ. Dennoch machen sie einen Großteil des Alltäglichen aus. Die Befindlichkeiten zu bemerken und sie nicht so zu lassen, darauf kommt es an. Der Rhythmus im Kirchenjahr kann  für uns hilfreich sein. Vielleicht konnten wir in der gerade vergangenen Passionszeit, einer Zeit,  die zum Innehalten einlädt, das ein oder andere mit Aufmerksamkeit bedenken.

Nach Ostern thematisiert Pfingsten als weiteres markantes Fest im christlichen Jahreskreis Verwandlung. Wir dürfen die Verwandlung in unseren Gottesdiensten, in den Pfingstfeiern miterleben. Wir dürfen uns öffnen für ein Wirken in unseren Lebensalltag. Die Natur unterstützt dabei – an ihrer Verwandlung zum Aufblühen nehmen wir gern teil.
Lassen wir uns ermuntern - und anstecken und den Kanon der Liebesgebote mit anderen singen.            

Herzlich, Antje Heinrich-Sellering


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