Bischof Abromeit: Fusion war nie unser Ziel
Greifswald (oz/eo). „Wir haben das Stichwort Fusion nie gebraucht“, kommentierte gestern der Bischof der Pommerschen Evangelischen Kirche, Dr. Hans-Jürgen Abromeit, eine Agenturmeldung vom Wochenende über den Stopp der Fusion mit der Mecklenburgischen Landeskirche und Vorbehalte gegen eine Zusammenarbeit mit den Nachbarn. Auch ein Zusammenschluss mit Brandenburg sei kein Thema.
Der kleinere Partner Pommern habe nie seine Selbstständigkeit aufgeben wollen, betonte der Bischof. „Wir möchten bis 2008 eine ,gemeinsame Kirchengestalt' schaffen, eine verbindliche Kooperation mit Verfassungsrang“, erläuterte Dr. Abromeit das Ziel. „Dabei sind wir weiter auf einem guten Weg.“ Allerdings habe sich das Tempo verlangsamt, weil die Verfassungen der Kirchen doch sehr unterschiedlich sind. Die Pommersche Evangelische Kirche sei sehr stark von unten nach oben aufgebaut. Diese starke Rolle der Gemeinden wolle man auch nicht aufgeben.
Die Mecklenburger organisieren sich stärker von der Landeskirche aus. Auch das sei eine Tradition mit langer Geschichte. „Schon jetzt gibt es eine lange Reihe von Kooperationsfeldern, die sich im Laufe der Jahre vergrößert hat“, erinnerte Dr. Abromeit. „Denken Sie nur an das Frauenwerk, die Jugendarbeit, die evangelische Akademie oder die Kirchenzeitung.“ Diese und weitere gemeinsame Aktivitäten sollen vertraglich unter einem Dach zusammengefasst werden. Für gemeinsame Beschlüsse sei einmal im Jahr eine gemeinsame Synode denkbar.
Die Frage, ob Pommern wegen der gemeinsamen Geschichte mit Brandenburg in der altpreußischen Union bekenntnismäßig ohnehin besser zu den Nachbarn im Süden passt, verneint der Bischof. „Bekenntnismäßig sind wir seit Bugenhagen lutherisch“, sagt er. Die Altpreußische Union sei als Dachverband eine Verwaltungsunion von Lutheranern und Reformierten gewesen. Eine Bekenntnis-Union sei auch in Baden, Hessen-Nassau oder der Pfalz entstanden, in Pommern aber nicht. Bei uns habe man eine ähnliche, demokratische Kirchenverfassung wie im preußischen Rheinland. (13.4.2005)
Aus: Ostseezeitung, Lokalausgabe Greifswald
www.ostseezeitung.de

|