„Gott lässt uns nicht fallen“ – Wort des Pommerschen Bischofs Dr. Hans-Jürgen Abromeit zum neuen Jahr
Greifswald (pek). Zum Jahreswechsel hat der Bischof der Pommerschen Evangelischen Kirche, Dr. Hans-Jürgen Abromeit, dazu aufgerufen, die geistliche Arbeit in den Mittelpunkt des kirchlichen Engagements zu stellen. Dies sei notwendig, wenn sich wieder mehr Menschen für den christlichen Glauben interessieren sollten. Sein Wort zum neuen Jahr stellt der Bischof dabei unter die biblische Jahreslosung, die allen evangelischen Kirchen für 2006 gegeben ist: „Gott spricht: Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht.“ (Jos. 1,6).
Der Bischof erinnert auch an die Verantwortung, die die neue Bundesregierung übernommen hat. „Die neue Regierung ist noch nicht lange im Amt. Sie hat sich viele Reformen vorgenommen. Wir alle wissen, wie nötig ein sozialverträglicher Umbau unseres Staates und seiner Sozialsysteme ist, wie wichtig eine Sanierung der Staatsfinanzen. Mögen die Bundeskanzlerin und die Regierung die großen Aufgaben, die vor ihr liegen, beherzt angehen und dabei immer Blick haben, dass Politik um der Menschen Willen gemacht wird.“
Ebenso richtet Abromeit seinen Blick auf die bevorstehenden Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern: „Wir wünschen uns einen fairen Wahlkampf und einen Sieg der demokratischen Parteien. Für unsere Kirche sind wir zuversichtlich, dass sich die bisher gute Zusammenarbeit auch mit einer dann neuen Regierung fortsetzt.“
Für den gemeinsam mit der mecklenburgischen Kirche veranstalteten Landeskirchentag vom 1. bis 3. September 2006 in Schwerin wünscht sich der Bischof viele Besucher. „Ich hoffe sehr, dass viele Menschen, auch Nichtchristen, den Weg dorthin finden und dass es uns gelingt, die Menschen neugierig zu machen auf die frohe Botschaft, das Evangelium von Jesus Christus.“
Wortlaut:
Gott lässt uns nicht fallen – Neujahrswort von Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit
Vor uns liegt ein neues Jahr. Ein Bibelwort aus dem Buch Josua wird uns durch diese Zeit begleiten:
Um es gleich vorweg zu nehmen, ich wünsche uns allen, dass wir diese klare Zusage Gottes im neuen Jahr erfahren werden. Sie soll uns begleiten auf den Wegen, die wir zurücklegen, in allen Lebenslagen, die wir zu bestehen haben und bei allen Aufgaben, die wir uns gestellt haben.
Es fällt nicht schwer, sich diese Jahreslosung für 2006 zu merken. Gott lässt uns nicht fallen und verlässt uns nicht. Was auch passiert, möchte man hinzufügen. Unmittelbar danach geht der Text weiter mit den Worten: „Sei getrost und unverzagt!“ Das klingt ein wenig altmodisch in unseren Ohren, aber es sind wunderbare Worte. Sie illustrieren Gottes Zusage. Er verlässt uns nicht und deshalb können wir getrost und unverzagt sein. Wir finden viele Bedeutungen, die darin eingeschlossen sind und die uns deutlich machen, wie gut wir diese Wünsche gebrauchen können: Optimistisch, furchtlos, hoffnungsvoll und zuversichtlich, beherzt und auch ein bisschen sorglos.
Noch weiß niemand genau, was das neue Jahr bringen wird, weder für unser Land und die ganze Welt noch für uns und unsere Familien.
Die neue Regierung ist noch nicht lange im Amt. Sie hat sich viele Reformen vorgenommen. Wir alle wissen, wie nötig ein sozialverträglicher Umbau unseres Staates und seiner Sozialsysteme ist, wie wichtig eine Sanierung der Staatsfinanzen. Mögen die Bundeskanzlerin und die Regierung die großen Aufgaben, die vor ihr liegen, beherzt angehen und dabei immer Blick haben, dass Politik um der Menschen Willen gemacht wird.
In unserem Bundesland wird im Jahr 2006 ein neuer Landtag gewählt. Wir wünschen uns einen fairen Wahlkampf und einen Sieg der demokratischen Parteien. Für unsere Kirche sind wir zuversichtlich, dass sich die bisher gute Zusammenarbeit auch mit einer dann neuen Regierung fortsetzt.
Vom 1.-3. September wird es zusammen mit der mecklenburgischen Kirche einen Landeskirchentag in Schwerin geben. Ich hoffe sehr, dass viele Menschen, auch Nichtchristen, den Weg dorthin finden und dass es uns gelingt, die Menschen neugierig zu machen auf die frohe Botschaft, das Evangelium von Jesus Christus.
Für unsere Pommersche Evangelische Kirche wünsche ich mir, dass in unseren Gemeinden vor Ort etwas deutlich wird von dem Optimismus, den wir aus unserem Glauben an Jesus Christus gewinnen. Davon etwas weiterzugeben in unseren Dörfern und Städten ist eine große Aufgabe, die wir als Kirche furchtlos angehen müssen. Viel zu oft ist der Eindruck entstanden, dass wir nur mit uns selber und unseren Strukturen beschäftigt sind. Doch die notwendigen und zum Teil schmerzhaften Entscheidungen sind gefallen. Weitere Schritte gemeinsam mit unseren Partnern in Mecklenburg stehen an. Wie das Ergebnis später auch aussehen wird, Gott wird weder die Pommersche noch die Mecklenburgische Kirche fallen lassen. Ich bin mir ganz gewiss: Die in beiden Kirchen lebenden und glaubenden Menschen werden sich auch in Zukunft auf Gott verlassen können.
Im neuen Jahr wollen wir die geistliche Arbeit in den Mittelpunkt stellen. Das ist notwendig, wenn wir wollen, dass sich die Menschen wieder für den christlichen Glauben interessieren. Dabei wünsche ich uns allen auch ein bisschen mehr Sorglosigkeit. Die Kraft dazu kommt aus der Zusage Gottes, dass er uns nicht fallen lässt und auch nicht verlassen wird. Deshalb können wir getrost und unverzagt sein.
Allen ein segensreiches neues Jahr!

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