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Restaurierung des Kenotaphs Barnim VI.

Hölzerner Herrscher wird aufgefrischt

Im aufgeklappten Zustand ist die zwei Meter lange hölzerne Figur des Herzogs im Kenotaph zu sehen.
23.05.2016 ǀ Kenz.  Mit dem Kenotaph Barnim VI. in der Kenzer St. Marienkirche wird derzeit das älteste Bildnis eines pommerschen Herzogs restauriert. Das Kenotaph, ein Scheingrab als Ehrenbezeugung ohne sterbliche Überreste, wurde aus Holz um das Jahr 1410 von einem unbekannten Künstler angefertigt.

Es steht seit mehr als 600 Jahren im Chor der Kirche, nahe der Grabkammer des einstigen Herzogs von Pommern-Wolgast. „Das Kenotaph, das in seinem Innern eine Holzplastik des Herzogs Barnim VI. beherbergt, ist das einzige aufklappbare hölzerne mittelalterliche Grabmal in Mecklenburg-Vorpommern. Es ist dabei zugleich die älteste erhaltene bildliche Darstellung eines pommerschen Herzogs überhaupt“, sagt Pastor Kai Steffen Völker. „Das Kenotaph hat eine Länge von etwa 2,40 Metern bei einer Höhe von maximal 1,57 Metern.“ Zwei Klappen, die sich öffnen und schließen lassen, ziehen sich über die ganze Länge des aus Eichenholz gefertigten Scheingrabs, das mit schmückendem Schnitzwerk versehen ist.

Vielzahl einzigartiger Ausstattungsstücke

„Im Innern des Kenotaphs liegt die etwa zwei Meter lange hölzerne Figur des Herzogs, die im aufgeklappten Zustand sichtbar ist“, so der Pastor. „Möglich geworden sind die Arbeiten erst durch die umfassende Förderung der G. und H. Murmann-Stiftung innerhalb der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Auch die Sparkasse Vorpommern unterstützt die Restaurierung.“ Das Kenotaph Barnim VI. ist eines von mehreren einzigartigen Ausstattungsstücken der Ende des 14. Jahrhunderts errichteten ehemaligen Wallfahrtskirche St. Marien am einst bedeutendsten Wallfahrtsort und später ersten Kurbades in Pommern. Die um 1430 entstandenen Glasmalereien in den sechs Chorfenstern stellen den größten Bestand mittelalterlicher Glasfenster in Mecklenburg-Vorpommern und in seinem Umfang auch für den Norden Deutschlands dar, so Kai Steffen Völker. Einzigartig sind unter anderem auch der Mosaikfußboden der Seitenkapelle und der mit einer Kammer versehene Altarunterbau, der älter ist als die Kirche selbst und vermutlich einen alten Zugang zur Kenzer Quelle darstellt.
Quelle: PEK (sk)