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Jubiläum

70 Jahre Partnerschaft Bayern-Mecklenburg

Seit 1948 sind die evangelisch-lutherischen Christen in Bayern und Mecklenburg partnerschaftlich miteinander verbunden, erste Anfänge reichen bis in die 1930er-Jahre zurück – und es ist eine gelebte Partnerschaft bis heute. Die Tradition hat die Zeit der zwei deutschen Staaten überdauert und den Weg für die Wende im Jahr 1989 bereitet. Sie hat Freundschaften zwischen Kirchengemeinden und Familien entstehen lassen, die bis heute lebendig sind. Im Jahr 2018 wird das 70. Jubiläum der Partnerschaft mit verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen begangen.

Und sie zeigt sich in den wechselseitigen Besuchen der Kirchenleitungen, die einander informieren und immer aufs Neue inspirieren. Dabei wird gemeinsam über den christlichen Glauben und die Zukunft der Kirche nachgedacht. Der Austausch und die Besuche vor Ort machen stets deutlich, was sich von der Situation her gleicht und wo es Unterschiede in der kirchlichen Arbeit zwischen Bayern und Mecklenburg gibt, wo man voneinander lernen oder auch helfen kann.

Ausgewählte Themen der Begegnungen der Kirchenleitungen
  • 2009 | Steingaden bei Füssen: "Gottesdienst"
  • 2010 | Wedendorf bei Gadebusch: "Veränderungen in den Kirchen 20 Jahre nach der friedlichen Revolution" > Pressemeldung | Bericht
  • 2012 | Güstrow: "Blickpunkt: kraftvolle Projekte kirchlicher Arbeit“ > Pressemeldung
  • 2014 | Ratzeburg: „"Auf der Grenze – Kirchenmitgliedschaft und Beteiligungsmöglichkeiten“ > Pressemeldung
  • 2015: "Diakonisches Handeln der Kirche"
  • 2018 | Rostock: Die nächste Begegnung findet vom 19.-21. Januar 2018 in der Hansestadt Rostock statt. Das Thema lautet: "500 Jahre Reformation! – was nun? – 500 Jahre Reformation! – was tun?!“ Programm
Lebendige Gemeindepartnerschaften

Derzeit halten mehr als 30 Kirchengemeinden in Bayern und Mecklenburg Kontakt und gestalten Partnerschaften. Die Zahl lag vor dem Mauerfall deutlich höher. Nach 1961 hatte fast jede mecklenburgische Kirchengemeinde eine Partnergemeinde jenseits im Freistaat Bayern. Es gab sogar damals verbotene Drittlandbegegnungen. So trafen sich junge Christen aus Bayern und Mecklenburg beispielsweise in der damalige Tschechoslowakei und erlebten gemeinsame Rüstzeiten. Bis heute gibt es zwischen Gemeinden vielfältige Besuche, Kanzeltausch-Aktionen, gemeinsame Jugend-Freizeiten, Familien und Gemeindeglieder besuchen sich wechselseitig.

Kirchliche Mitarbeitende als „Wanderer zwischen den Welten“

Bayerische Theologen als Vikare in Mecklenburg, ein mecklenburgischer Pastor, der auf eine Stelle in Bayern wechselt: Dies alles gab und gibt es seit Jahrzehnen und befruchtet die kirchliche Arbeit im Süden und im Norden.

Kirchliche Baufachleute im wechselseitigen Austausch

Alle zwei Jahre treffen kirchliche Bauexperten – im Wechsel einmal in Bayern, einmal in Mecklenburg. Dabei tauschen sie sich über Projekte und Herausforderungen beim Erhalt von Kirchen, Kapellen und Pfarrhäusern aus. Im Jahr 2016 fand das Treffen im mecklenburgischen Ankershagen und Umgebung statt. Auch bei den jährlichen Treffen der Fördervereine und Sponsoren sind Gäste aus Bayern oft dabei.

Bayern unterstützt Stiftung „Kirchliches Bauen in Mecklenburg“

Die Stiftung ist 2012 gegründet worden und dient vor allem dem Erhalt der 664 mecklenburgischen Dorf- und Stadtkirchen. Die Stiftung möchte vor allem Kirchengemeinden dabei helfen, ihren notwendigen Eigenanteil für nötige Bauprojekte aufzubringen. Zur Verteilung kommen jährlich zum einen die Kapitalerträgnisse aus dem 5 Millionen Euro betragenden unangreifbaren Stiftungsvermögen, zum anderen Spenden und Kollektenmittel aus der bayerischen Landeskirche. Jährlich stehen so insgesamt mehrere Einhunderttausend Euro zur Verfügung, mit denen Projekte finanziell unterstützt werden können.

„Es ist klarer Wille, dass die Partnerschaft mit Mecklenburg weitergeht - auch unter den neuen Bedingungen der Nordkirche. Für uns in Bayern ist es ein Schatz und eine riesige Ermutigung, so eng mit einer Kirche verbunden zu sein, die in einem ganz anderen und schwierigen Umfeld solch gute und kraftvolle Arbeit leistet“, sagte der bayerische Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm im Zuge der Nordkirchen-Gründung.

„Für die Beziehung zwischen einer kleinen und einer großen Landeskirche ist diese Partnerschaft bemerkenswert“, sagt der frühere mecklenburgische Landesbischof und heutige Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern, Dr. Andreas von Maltzahn.