Nach oben

Finissage im Greifswalder Dom mit Gottesdienst und Empfang

65.000 Besucher sahen Frauen-Ausstellung zur Reformation

Wanderausstellung „…von gar nicht abschätzbarer Bedeutung – Frauen schreiben Reformationsgeschichte“ im Greifswalder Dom
05.10.2017 ǀ Kiel/Greifswald.  Die Wanderausstellung „…von gar nicht abschätzbarer Bedeutung – Frauen schreiben Reformationsgeschichte“ ist von 65.000 Frauen und Männern in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern besucht worden. Nun hat die Schau der Frauenarbeit in der Nordkirche in Greifswald ihre letzte der insgesamt 13 Stationen erreicht. Am Sonntag (8. Oktober) ist offizielle Finissage im Dom St. Nikolai mit Gottesdienst und Empfang. Bis zum 5. November bleibt die Ausstellung noch geöffnet, teilte das Frauenwerk mit.

Die Schau war in der Nordkirche zwei Jahre auf Wanderschaft. Ziel war es, zum Reformationsjubiläum 2017 die von Männern geprägte 500jährige Geschichte der Reformation um weibliche Perspektiven zu ergänzen. In Kooperation mit der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek entstand eine Wanderschau, die engagierte Frauen aus fünf Jahrhunderten vorstellt.

Schirmherrin ist die Hamburger Alt-Bischöfin Maria Jepsen. Über 100 Ehren- und Hauptamtliche hatten aus Archiven, Kirchenbüchern und ihrer persönlichen Erinnerung Biografien von fast 60 Frauen erforscht. In Texten und Bildern präsentiert die Ausstellung 18 Lebensläufe, die das reformatorische Wirken von Frauen im norddeutschen Raum sichtbar machen.

Unter den Biografien im Greifswalder Dom sind sieben aus Pommern. Dazu gehören Margarethe Lachmund (1896-1985), Demokratin und Pazifistin, Adeline Gräfin von Schimmelmann (1854-1913), "Förderin der Seemannsmission" und die Gründerin des Seminars für den kirchlichen Dienst, Helga Krummacher (1909-1973). Weiter dabei sind Annemarie Winter (1912-1945), eine der ersten Vikarinnen im Dienst der pommerschen Kirche, und Johanna Odebrecht (1794-1856), deren Lebenswerk heute in Greifswald sichtbar ist in der Johanna-Odebrecht-Stiftung.

Kuratorin Kerstin Klein zeigte sich beeindruckt, wie gut sich die Idee bewährt habe: "Die Resonanz auf das innovative Ausstellungskonzept hat meine Erwartungen übertroffen." An allen Ausstellungsorten von Flensburg bis Harburg, von Sylt bis Usedom waren bei der Recherche, Führungen und begleitenden Veranstaltungen über 300 Ehrenamtliche aktiv. Zu den vorgestellten Lebensgeschichten gab es bereits mehrere Anfragen für andere Publikationen und Ausstellungen. Der Katalog zur Ausstellung ist in zweiter Auflage erschienen.
Quelle: epd