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Abendmahlsbild, Dobbertin

5. Sakramente: Das Abendmahl

 

Das lateinische Wort Sakrament bedeutet auch: Geheimnis. Die Handlung soll nicht geheim gehalten werden, sondern sie deutet auf das Geheimnis hin, das in Tod und Auferweckung Jesu geschah.

Das Abendmahl hat seinen Namen daher, daß es in Erinnerung an Jesu letzte Mahlzeit mit seinen Jüngern am Passaabend in Jerusalem, der zugleich der Vorabend seines Todes war, gefeiert wird:

 

Der Herr Jesus, in der Nacht, da er dahingegeben wurde,

nahm er das Brot,, dankte und brachs und sprach:

Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis.

Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach:

Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut,

sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis.

Denn so oft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt,

verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt. (1. Korinther 11,23-26).

 

Jesus spricht von seinem Tod. Das Brot wird beim Essen zerbrochen – so wird sein Leib im Tod zerstört. Der Wein wird eingegossen – so wird sein Blut vergossen. Wenn die Jüngerinnen und Jünger nach seinem Tod zusammen essen und trinken, sollen sie an ihn und seinen Tod denken. Denn: Sein Tod geschah „für euch“ und stiftete damit den „neuen Bund“. Jesus wirkt über seinen Tod hinaus. Das ist allerdings nicht eine Nachwirkung, wie jeder Mensch etwas nach sich zieht. Denn Gott hat ihn vom Tod auferweckt und damit überhaupt zur Geltung gebracht, daß der Tod Jesu diese Wirkung hat: Stellvertretend für alle die Schuld aufzuheben, die uns erdrückt; und im neuen Bund eine Gemeinschaft zu begründen, die lebendig ist und nicht in Schuld und Tod untergeht.

 

Paulus, der diese letzten Worte Jesu, gleichsam sein Testament, zitiert, sagt dann: „Sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn – bis er kommt.“ Der tote Jesus ist in dieser Handlung, wenn ihr esst und trinkt, bei euch lebendig, und zuletzt kommt er, „zu richten die Lebenden und die Toten“, und dann wird „Gott sein alles in allem“ (1. Korinther 15,28).

Die Gemeinde, die Abendmahl feiert, erinnert sich an Jesus, hofft auf ihn und freut sich seiner Nähe und Gegenwart.

 

(c) Pfr. i.R. Dr. h.c. Jürgen Seim, Neuwied


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