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Taufe in der Kirche von Wustrow
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4. Sakramente: Die Taufe
Sakramente sind Handlungen. Anders als bei der Predigt, wo das Wort gesagt und gehört wird, handeln Menschen in den Sakramenten.
Das lateinische Wort bedeutet zunächst: Eid. Die Verbindlichkeit des Wortes wird durch eine Handlung verdeutlicht: in der Taufe, wenn ein Mensch einen andern in Wasser taucht oder mit Wasser begießt oder besprengt; im Abendmahl, indem Menschen miteinander Brot essen und Wein trinken. Das Handeln wird immer auf Jesus bezogen, ja es wird so gehandelt, weil Jesus es gesagt hat.
Die Taufe geht auf Johannes zurück, eine profetische Gestalt in Israel zur Zeit Jesu: „Johannes der Täufer war in der Wüste und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden“ (Markus 1,4). Die Taufhandlung ist eine (symbolische) Abwaschung der den Menschen befleckenden Schuld. Jesus ließ sich von Johannes taufen und sagte seinen Jüngern, sie sollten die Taufe weiterführen:
Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.
Darum geht hin und macht zu Jüngern alle Völker:
Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes
und lehrt sie halten alles, was ich euch befohlen habe.
Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“ (Matthäus 28,19+20).
Jesus hat von Gott die Vollmacht über die Welt übertragen bekommen. Er möchte, daß alle Völker in seine Jüngerschaft eintreten. Dazu werden sie getauft – auf den Namen des dreieinigen Gottes – und gelehrt – über alles, was Jesus gesagt hat - . Denen, die sich so auf ihn verpflichten, verpflichtet er sich: „Ich bin bei euch“. Die Taufe ist in diesem Sinn ein wechselseitiger Eid: die Getauften sagen Ja zu Jesus, er sagt Ja zu ihnen.
Die Taufe zeigt also in ihrer Handlung die Verbundenheit zwischen einem Menschen und Jesus, zugleich aber, weil er oder sie damit in die Jüngerschaft eintritt, die Verbundenheit dieses Menschen mit den andern Jüngerinnen und Jüngern, also die Zugehörigkeit zur Gemeinde oder Kirche.
Die Taufe ist eine einmalige Handlung. In die Kirche als Rechtsgemeinschaft kann man eintreten, austreten und wieder eintreten. Die Taufe wird aber nicht wiederholt. Die Taufe ist unabhängig vom Lebensalter (sie ist keine „Kindstaufe“). In der kirchlichen Praxis hat sich die Taufe von Kindern durchgesetzt, der Normalfall ist die Taufe mündiger Menschen, die in eigner Verantwortung Ja sagen und, indem sie getauft werden, sich taufen lassen.
(c) Pfr. i.R. Dr. h.c. Jürgen Seim, Neuwied 
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