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Vereinbarung
über die Zusammenarbeit in einem Bereich der schulergänzenden Bildungs- und Erziehungsarbeit mit Kindern- und Jugendlichen – Projekt „Tage Ethischer Orientierung (TEO)
Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Mecklenburgs, die Pommersche Evangelische Kirche und das Erzbistum Hamburg treffen über die Zusammenarbeit bei einem schulergänzenden/kooperativen Bildungs- und Erziehungsprojekt, das ein gemeinsames Projekt mit dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur ist, folgende Vereinbarung:
§ 1
Grundlagen
(1) Die Kirchen arbeiten bei der Durchführung und Entwicklung der schulergänzenden/schulkooperativen Bildungs- und Erziehungsarbeiten im Rahmen des Projektes „Tage Ethischer Orientierung (TEO)“ zusammen und bilden für diesen Zweck die „Arbeitsgemeinschaft Tage Ethischer Orientierung (AG TEO)“ als Gesellschaft bürgerlichen Rechts. (2) Ihre Veranstaltungsangebote werden nach gemeinsamen Standards (s. Anlage) durchgeführt.
§ 2
Vertretung
Die „Arbeitsgemeinschaft Tage Ethischer Orientierung (AG TEO)“ wird nach außen durch die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Mecklenburgs vertreten (vertretungsberechtigter Gesellschafter).
§ 3
Gesellschafterausschuss
(1) Die Führung der Geschäfte steht den beteiligten Kirchen gemeinschaftlich nach Maßgabe dieser Vereinbarung zu. Sie bilden dazu einen Gesellschafterausschuss (GA). In den GA entsendet die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Mecklenburgs drei Vertreter, die Pommersche Evangelische Landeskirche und das Erzbistum Hamburg je zwei Vertreter. Darunter sollen Vertreter der jeweiligen Kinder- und Jugendarbeit sein. (2) Den Vorsitz im GA übernimmt ein von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs benanntes Mitglied. Stellvertretender Vorsitzender ist ein von der Pommerschen Evangelischen Kirche benanntes Mitglied. Zweiter stellvertretender Vorsitzender ist ein vom Erzbistum Hamburg benanntes Mitglied. Die Benennungen erfolgen im Einvernehmen zwischen den Trägerkirchen. (3) Die GA trifft alle rechtsgeschäftlichen, finanziellen, personellen und sonstigen Entscheidungen von grundsätzlicher Bedeutung. Er genehmigt die Konzeptionen und das Programm der AG TEO mit allen Veranstaltungen dieses Projektes bzw. Arbeitszweiges. (4) Der GA trifft mindestens zwei Mal im Jahr zusammen. Er muss zusammentreten, wenn es ein Mitglied des GA verlangt. Zu den Sitzungen sind die Mitglieder schriftlich unter Angabe der Tagesordnung spätestens sieben Tage vor der Sitzung einzuladen. Für die Einberufung der Sitzungen ist der Vorsitzende, im Verhinderungsfall sein Stellvertreter, verantwortlich. Ohne Beachtung dieser vorgeschriebenen Form und Frist kann nur in dringenden Fällen eingeladen werden, Die Eilbedürftigkeit ist besonders zu begründen. (5) Zu den Sitzungen des GA wird ein Vertreter des Bildungsministeriums als Berater eingeladen. (6) Der GA ist beschlussfähig, wenn eine ordnungsgemäße Einladung erfolgt ist und alle drei Kirchen mit je einem Mitglied vertreten sind. Entscheidungen werden im GA mit einfacher Mehrheit der anwesenden Mitglieder getroffen. (7) Über jede Sitzung ist ein Protokoll anzufertigen und den Mitgliedern binnen 14 Tagen zuzustellen.
§ 4
Geschäftsstelle
(1) Für die Geschäftsstelle der laufenden Verwaltung wird eine Geschäftsstelle eingerichtet, die die Entscheidungen des GA durchführt. Die Geschäftsstelle besteht aus dem theologisch-pädagogischen Kollegium und einer Verwaltung. Näheres regelt die Geschäftsordnung. (2) Neben den aus Projektmitteln finanzierten Stellen entsenden die Trägerkirchen jeweils einen bei ihr angestellten, qualifizierten Mitarbeiter im Umgang von 1,0 VbE zur Mehrarbeit in das pädagogische Kollegium der Geschäftsstelle. (3) Der GA ernennt einen der entsendeten Mitarbeiter zum Dienstvorgesetzten der Mitarbeiter der Verwaltung in der Geschäftsstelle. Er untersteht dem Vorsitzenden des GA. Er gibt dem Vorsitzenden des GA und den Geschäftsführenden Ausschuss selbst über die Geschäfte der laufenden Verwaltung Rechenschaft. (4) Die Geschäftsstelle legt dem GA das Jahresprogramm, den Haushaltsplan und die durch das Rechnungsprüfungsamt geprüfte Jahresrechnung zur Genehmigung vor. Die Kassenangelegenheiten und die Rechnungsprüfung sind nach der Ordnung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs durchzuführen.
§ 5
Arbeitsgruppen
Der GA kann Arbeitsgruppen einrichten.
§ 6
Finanzierung
(1) Für im Rahmen des Projektes entstehende gemeinsame Kosten kommen die kirchlichen Gesellschafter mit Zuweisungen im Verhältnis von 4 (Evangelisch-Lutherische Landeskirche Mecklenburgs) zu 2 (Pommersche Evangelische Kirche) zu 1 (Erzbistum Hamburg) auf. Grundlage soll die bisherige Mittelzuweisung des Projekts sein. (2) Sofern und soweit Personalkosten nach Gestellungsvertrag mit dem Land MV erstattet werden, fließen die erstatteten Mittel anteilig an die Trägerkirche.
§ 7
Konsensprinzip
Die beteiligten Kirchen werden eine in Zukunft zwischen ihnen etwa entstehende Meinungsverschiedenheit über die Auslegung, Anwendung oder Ergänzung einer Bestimmung dieses Vertrages auf freundschaftliche Weise beteiligen.
§ 8
Dauer
(1) Die Vereinbarung hat eine Laufzeit von sechs Jahren, beginnend mit dem 1.1.2008. (2) Diese Vereinbarung kann vorzeitig mit einer Frist von 3 Monaten zum Jahresende gekündigt werden. (3) Rechtzeitig vor Ablauf des Vereinbarungszeitraums prüfen die Kirchen, ob und in welcher Weise sie die Vereinbarung bzw. die Zusammenarbeit für das Projekt fortsetzen wollen.
Standards der AG TEO für kirchlich-schulische Kooperation in MV
vom 3. April 2007
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1. Mehrdimensionaler Bildungsbegriff
Die Leitkategorie schulkooperativer Arbeit ist ein mehrdimensionaler Bildungsbegriff. Neben den Praxisfeldern christlicher Bildung in Religionsunterricht, gemeindepädagogischem Engagement und den kirchlichen Schulen bewährt sich die Kategorie „Bildung" auch im Lernfeld schulkooperativer Arbeit (TEO). TEO ist Ausdruck des Bildungsauftrages der Kirchen und der gesellschaftlichen Bildungsinstitutionen.
Der Ansatzpunkt dieser besonderen Bildungsarbeit ist generell. Die Hinwendung zu allen Kindern und Jungendlichen- unabhängig von ihrer (religiösen) Sozialisation-korrespondiert mit dem grundlegenden thematischen Ansatz: dem christlichen Menschenbild verpflichtet gilt diese Bildung nicht nur allen, sondern auch dem ganzen Menschen in seinen vielschichtigen Beziehungen zur Welt. TEO-Arbeit ist inklusiv und lässt sich von der Einsicht leiten, dass umfassende Bildung die Frage nach dem ganzen Menschen im „Horizont sinnstiftender Lebensbedeutungen" mit einschließt. Im Mittelpunkt stehen dabei die „ ... Anerkennung der Person mit den je eigenen Begabungen, die Respektierung der Freiheit und Unverfügbarkeit sowie die Bejahung von Mitmenschlichkeit." <Fußnote> <Fußnote:> DBK (Hrsg.), Kommission für Erziehung und Schule, in: Bildung in Freiheit und Verantwortung (= DBK, Bildung), 1993, S. 12.
Dabei steht die Vision von Bildung und Erziehung im Praxisfeld „Schule und Kirche" vor Augen, „die Kinder und Jugendliche in alle Dimensionen des Lebens einführt und ihnen neben allen auch zweckbestimmten Leistungsanforderungen den Freiraum offen hält, den sie brauchen, um sich selber entfalten und entwickeln zu können." <Fußnote> <Fußnote:> Votum des Theol. Ausschusses der Ev. Kirchen der Union, in: J. Ochel (Hg.), Bildung in evangelischer Verantwortung, Göttingen 2001, S. 49.
Bildung im hier vertretenen Sinn gehört zum Wesen des Menschen und setzt auf die Entwicklung von Handlungsfähigkeit im Leben von Kindern und Jugendlichen, die durch die besondere Kommunikationsform „TEO" befördert werden soll. Dieser weite Begriff der Bildung wird hinsichtlich der Arbeit am dritten Ort und qualifizierender Standards weiter entfaltet.
2. Arbeiten am „dritten Ort"
Schulkooperative Arbeit ist qualifiziert durch die Arbeit am „dritten Ort". „ Sie zielt ... auf vertiefte Kooperation und Kommunikation über die Schule hinaus, und zwar sowohl mit den Bereichen von Pfarrgemeinde und kirchlicher Jugendarbeit als auch mit Einrichtungen der ... Erziehungs- und Sozialhilfe." <Fußnote> <Fußnote:> DBK (Hrsg.), Kommission für Erziehung und Schule, in: Schulpastoral - der Dienst der Kirche an den Menschen im Handlungsfeld Schule (=DBK, Schulpastoral), 1996, S.13.
Der „dritte Ort" ist als wichtiger Bestandteil in besonderer Weise im 2. Teil des TEO-Dreiphasenmodells verankert. Er definiert sich in folgenden Merkmalen:
Der dritte Ort beschreibt als Lernfeld erster Ordnung für junge Menschen und ihre Bezugspersonen die Gelegenheiten beziehungsstiftender Identität im Grenzbereich von Schule und Kirche. Der dritte Ort orientiert sich am Grundsatz: keine wertorientierende Bildung ohne Beziehung.
In theologischer Perspektive handelt es sich um einen Teil des umfassenden Gemeindeverständnisses das neben den Ortsgemeinden und unzähligen Begegnungen zwischen Christen und Nichtchristen im Alltag auch Gemeinden an dritten Orten einschließt. Bei TEO kann sich Gemeinde am dritten Ort ereignen. Möglichkeiten dafür bieten Bildungs und Ferienstätten in kirchlicher oder anderer freier Trägerschaft als Veranstaltungsorte.
In systematischer Perspektive geht es um die partnerschaftliche Prozessgestaltung des durch die gemeinsamen Schnittmengen definierten Bildungskonzeptes TEO. Diese neue Arbeits-Plattform ist gekennzeichnet durch die intersubjektiven Möglichkeiten identitätsstiftender Begegnung von Menschen aus unterschiedlichen Bildungs-Institutionen unter zeitlich begrenztem Loslassen systemischer Selbstbezogenheiten. Als Prozess ist die TEO-Arbeit dabei immer auf die Gesamtsysteme der handelnden Partner bezogen.
In praktischer Perspektive wird der 3.Ort zunächst im Hinausgehen aus den vertrauten Räumen, d.h. aus Schulgebäuden und Gemeinderäumen, sinnfällig praktiziert (die Klassenfahrt als symbolhafter Ausdruck) - wie bei TEO-Veranstaltungen aller Module üblich und bewährt.
Der 3. Ort ist als regulative Idee ebenfalls dort gegeben, wo durch gemeinsam gestaltete und verantwortete Kooperationen qualifizierte Lernorte außerhalb der genannten Systeme, aber nicht unabhängig von ihnen entstehen, in denen die unter Punkt 3.3 und 3.4 genannten Themen mit jungen Menschen beziehungsreich erschlossen werden können.
3. Induktives Arbeiten
3.1 TEO bringt inhaltlich das zur Sprache, was junge Menschen direkt angeht und situativ verortet werden kann. Thematische Dreh- und Angelpunkte sind die Lebenslagen und Bedürfnisse der Heranwachsenden. So wird der in der Gesellschaft herrschenden Spannung zwischen theoretischem „ Weltwissen" und praktischem „ Lebenswissen " entgegengewirkt. <Fußnote> Die inhaltlich- methodische Ausrichtung der schulkooperativen Arbeit ist gekennzeichnet als lebensgeschichtlicher, subjektbezogener und biographieorientierter Ansatz. <Fußnote:> Vgl.: www.dbk.de. Archiv, Pressemitteilungen, 2000/2, Ökumenischer Kongress: 3.2 Ausgehend von gemeinsamen Lebenserfahrungen unterbleibt es, deduktiv von unbezweifelbaren Fakten, Lehrsätzen oder unrefiektierten Werturteilen auszugehen, die Kindern und Jugendlichen nur zur Vermittlung vorgelegt werden müssten. Damit bliebe ethische Reflexion auf der kognitiven und direktiven Ebene stecken. Mit der Konzentration auf bedrückende, beglückende oder herausfordernde Alltagssituationen (Kontingenzerfahrungen) können einerseits eigene Lebenserfahrungen reflektiert, andererseits geistige und religiöse Traditionen der europäischen Geschichte auf die hinter ihnen liegenden Erfahrungen, Lebenszusammenhänge und Verstehensprozesse hin befragt werden. 3.3 Der induktive Ansatz der schulkooperativen Arbeit wird von allen Kooperationspartnern geteilt. Er hat maßgeblich die Gestaltung von TEO Classic beeinflusst und ist heute für die gemeinsame Konzeption von Inhalten in allen TEO-Modulen erkennbar. Das induktive Vorgehen setzt auf Dialog und wird von den beteiligten Partnern als angemessene Form biografieorientierten Lernens favorisiert. Mit dem induktiven Ansatz orientiert sich auch die Bildungsarbeit mit dem Konzept TEO an der Fundamentalkategorie der Menschenwürde. Bildung auf induktivem Weg widmet sich der Verbindung von Fragestellungen ethischer, sozialer, religiöser, interkultureller, ästhetischer, medienkritischer, ökologischer und geschichtlicher Bildung. 3.4 „Bildung als gesteigerte und über sich selbst aufgeklärte Handlungsfähigkeit" <Fußnote 1> will das Leben von Kindern und Jugendlichen in der Verbindung von empirischen und sinnstiftenden Horizonten verstehen. Dazu gehören Beziehungsfähigkeit, Identitätsgewissheit, Wachheit für letzte Fragen, Abwehr jeder Unmenschlichkeit und jeden Angriffs auf die Würde des Menschen, Bereitschaft zur Selbstverantwortung und die Verantwortung in der Gesellschaft. <Fußnote 2:> Alle diese Aspekte sind mögliche Themen der TEO-Arbeit, sofern sie induktiv und biografieorientiert entfaltet werden. <Fußnote 1:> R. Preul, Die Evangelische Kirche als Bildungsinstitution, S. 105, in: F. Schweitzer (Hg.), Der Bildungsauftrag des Protestantismus, Gütersloh 2002, 101-123. <Fußnote 2:> H.v. Hentig, Bildung. Ein Essay, München-Wien 1996, S. 56.
4. Integratives Arbeiten
Schulkooperatives Arbeiten mit dem Modell TEO ist stets integrativ. Der integrative Ansatz wird durch folgende Merkmale definiert: Systemübergreifendes Arbeiten - Mitarbeiter aus den Systemen Schule und Kirche erarbeiten die Modulprogramme, gestalten Räume der Begegnung während der Trainings, gestalten in gemeinsamer Verantwortung eine Veranstaltung, treffen Verabredungen für die Weiterarbeit in der Region und treten authentisch und in erkennbarer Identität vor den Teilnehmern in Erscheinung. Dies gilt ebenso für Mitwirkende aus den Systemen Familie, Jugendhilfe und Wirtschaft. Arbeiten in heterogenen Gruppen: Die sozialen Entmischungen in unserem Schulsystem und nicht integrative Arbeitsformen in Schule und Kirche werden durch die Begegnungen von Schülern aus allen Schularten, Lehrern, Eltern, weiteren kirchlichen und schulischen Mitarbeitern und Ehrenamtlichen aus allen Schichten der Gesellschaft exemplarisch aufgehoben. Dazu gehört auch die Präsenz ganzer, ungeteilter Klassen. TEO gilt allen Schülern und unabhängig von ihren geistigen, religiösen, sozialen oder anderen Voraussetzungen. Auf diese Weise üben Kinder und Jugendliche, die unbefangene Begegnung unter gewollter „Missachtung" dessen, was die sozialen, pädagogischen und theologischen Bedingungen nur zu oft trennen. Speziell integrationspädagogisches Arbeiten - Die Integration von Kindern und Jugendlichen mit schwierigen Lebensperspektiven und geringen Teilhabechancen sowie körperlicher oder anderer Beeinträchtigungen gehört zu den Standards der TEO-Arbeit. Kinder und Jugendliche mehrerer Jahrgangsstufen treffen zusammen und unterstützen sich gegenseitig in ihren Lernprozessen. Die hier implizierten gruppendynamischen Möglichkeiten der TEO-Arbeit entfalten sich besonders gut bei Teilnehmerzahlen von 100-200 Schülern pro Veranstaltung, differenziert in gemischten Kleingruppen mit maximal 15 Schülern je nach Art des Moduls. Hierarchieübergreifendes Arbeiten - Kinder und Jugendliche und alle Verantwortlichen erleben sich auf Augenhöhe. Für die Mitarbeiter aus Schule und Kirche kann dies einen Paradigmenwechsel hinsichtlich ihres professionellen Rollenverständnisses bedeuten. Sie werden nicht zuerst Inhaber bestimmter Mandate, sondern als Weggefahrten auf den Straßen des Lebens erkennbar. Der Subjekt- und biographieorientierte Ansatz macht diesen Wechsel zwingend. Beziehungsdidaktisches Arbeiten - Indem sich Menschen unterschiedlicher sozialer, geistiger, religiöser oder anderer weltanschaulicher Prägung in neuer, oft ungewohnter Weise zueinander mit der Zielsetzung einer gemeinsam zu lösenden Aufgabe verhalten, eröffnen sie die siel selbst verändernde Möglichkeit, das Leben authentisch ins Spiel zu bringen und ethische Orientierung im Prozess gemeinsamen Lernens zu finden. Erst das Netz gelingender Relationalität aller an TEO Beteiligten lässt den emotionalen und geistigen Rahmen entstehen, in dem TEO als Gelegenheitsstruktur kooperativer Arbeit seine Möglichkeiten entfalten kann.
5 Kooperatives Arbeiten
Das Kriterium der Kooperation, wie es im TEO-Erlass des Bildungsministeriums verankert ist, entfaltet sich als gemeinsam praktizierte Verantwortung auf allen Ebenen prozessualer Gestaltung. 5.1 Die strukturelle Dimension: Vertreter der beteiligten Systeme arbeiten auf allen relevanten Ebenen von der Konzeptionserarbeitung bis zur strukturellen Rahmenverantwortung gestaltend zusammen und stimmen die Kooperationsvorgänge in der Praxis ab. 5.2 Die personelle Dimension: Ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter und Vertreter alle an TEO-Beteiligten aus Schule, Kirche und Gesellschaft wirken zusammen. Dies gilt sowohl für die Gesamtvertretung (AG TEO) als auch für die praxisrelevanten Verpflichtungen auf der Handlungsebene. 5.3 Die finanzielle Dimension: Die kooperative Beteiligung setzt die Verteilung der finanziellen Erfordernisse auf alle Partner voraus. Neben den kirchlichen und den Mitteln des Landes werden gemeinsame Strategien zur Einwerbung von Drittmitteln verabredet und durchgeführt. 5.4 Die praktisch- pädagogische Dimension: Jede Gruppe in einer TEO-Veranstaltung wird von zwei Bezugspersonen in einem Tandem möglichst systemübergreifend unter Berücksichtigung der konsequenten Zusammenarbeit von ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern geleitet. Darüber hinaus gilt für die TEO-Arbeit als interaktives Praxisfeld ausdrücklich die Einladung zur Zusammenarbeit mit allen Kräften der Gesellschaft unabhängig von konfessioneller, weltanschaulicher Bindung oder religiöser Prägung. 5.5 Verlässliches Werkzeug der Kooperation ist die kontinuierliche Evaluation auf allen Ebenen (Feedback-Kultur, wissenschaftliche Begleitung, konzeptionelle Regelmechanismen beraterische und supervisorische Begleitung der Veranstaltungen und ihrer Leiter). Sie dient der weiteren Prozessgestaltung und nimmt die Werthaltungen, Einsichten und Erfahrungen aller an TEO-Beteiligten ernst.
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