3.1 Die Gebote
Die Zehn Gebote waren für Israel so wichtig, daß sie doppelt in die Bibel aufgenommen wurden: 2. Mose 20 und 5. Mose 5. Sie waren auf zwei steinerne Tafeln geschrieben (2.Mose 24,12) und so gliedern sie sich: Gebote für das Verhältnis zwischen Gott und Israel, und Gebote für das Verhältnis der Menschen untereinander.
Die Reihe der Gebote beginnt nicht mit einem Gebot, sondern mit der Selbstvorstellung Gottes:
Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägypten, aus der Knechtschaft, geführt habe.
Ehe Gott sagt, was die Menschen tun sollen, sagt er, was er für sie getan hat.
1. Du sollst keine andern Götter haben neben mir.
Er sagt nicht: Es gibt nur einen Gott; sondern: Ich will allein Gott für dich sein. „Höre, Israel, der HERR ist unser Gott; der HERR allein, der HERR, der Eine“ (5.Mose 6,4).
2. Du sollst dir kein Bild von Gott machen.
Er ist der Schöpfer des Himmels und der Erde, nichts in der Welt ist ihm gleich, um ihn abzubilden. Über ein Bild kann man verfügen, aber Gott ist frei und schenkt die Freiheit.
3. Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht mißbrauchen.
Sein Name ist sein Geheimnis: „Ich werde sein, der ich sein werde“ (2. Mose 3,14), ich bin für dich da. Darum wird der Name, in der hebräischen Bibel JHWH, mit dem Wort HERR umschrieben und nicht ausgesprochen. Sein Name soll keinen menschlichen Zwecken dienen, sondern nur dazu, ihn anzurufen: Du.
4. Gedenke des Sabbattages, daß du ihn heiligst.
Der Sabbat, der siebte Wochentag, ist ein Ruhetag. Wie Gott frei ist, so soll das Volk, dem er die Freiheit geschenkt hat, jeden siebten Tag frei von Arbeit sein.
Die Christen feiern nicht den Sabbat, sondern den ersten Tag der Woche, den Sonntag. Es ist der dritte Tag nach dem Tod Jesu, also der Gedenktag seiner Auferweckung.
(c) Pfr. i.R. Dr. h.c. Jürgen Seim, Neuwied 
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