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Ein poetisch anmutender Ort feiert Jubiläum

2020 wird zum Jubiläumsjahr "800 Jahre Kloster Dobbertin"

Von Anne-Dorle Hoffgaard

Kloster Dobbertin mit der Klosterkirche
10.01.2020 ǀ Dobbertin.  Zum 800-jährigen Jubiläum des Klosters Dobbertin sind im kommenden Jahr rund 40 Kultur- und Fachveranstaltungen geplant. Das wird zahlreiche Besucher in den kleinen Ort am Dobbertiner See locken.

Das kleine mecklenburgische Dorf Dobbertin, idyllisch gelegen am gleichnamigen See, dürfte in diesem Jahr ein Hotspot für Besucher werden: Mit 38 Kultur- und Fachveranstaltungen wird das Jubiläum "800 Jahre Kloster Dobbertin" gefeiert. Dazu gehören das Landeserntedankfest MV Anfang Oktober, der Reformationsempfang der Nordkirche am 31. Oktober, die Eröffnung der Aktion "Brot für die Welt" am 29. November und der Rittertag der Mecklenburgischen Genossenschaft des Johanniterordens am 25. April.

Offizieller Jubiläumsauftakt in dem knapp 1.000 Einwohner zählenden Dorf ist am Benediktstag (21. März) ein Festakt mit der evangelischen Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, dem katholischen Erzbischof Stephan Heße (Hamburg) und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD).

Bis zum 13. September, dem Tag des offenen Denkmals, soll die Innenrestaurierung der Klosterkirche abgeschlossen sein. Am Denkmaltag ist zudem die Weihe der neuen, 350.000 Euro teuren Orgel in der Klosterkirche vorgesehen. Das Instrument bekommt 28 Register, verteilt auf zwei Manuale und Pedal, mit 1.670 Pfeifen. Von der alten Sauer-Orgel von 1857 bleibt nur der Prospekt erhalten.

Eine Ausstellung in der Klosterkirche präsentiert ab 15. Oktober archäologische Funde zur Geschichte der Dobbertiner Klosterhalbinsel, darunter mittelalterliche Scherben von chinesischem Porzellan und ein für Norddeutschland einmaliger Messergriff aus Elfenbein aus mittelalterlicher Zeit. Außerdem sollen die 155 restaurierten Wappen der verstorbenen Konventualinnen auf die Nonnenempore in der Klosterkirche zurückkehren.

"Poesie aus Stille"

Unter dem Motto "Poesie aus Stille" wollen das Diakoniewerk Kloster Dobbertin, die Kommune, die evangelische Kirchengemeinde und der Förderverein das Jubiläumsjahr des um 1220 gegründeten Benediktiner-Klosters begehen. Das Motto greift Worte des Schriftstellers Theodor Fontane (1819-1898) auf: Fontane schwärmte noch Jahre nach seinem ersten Besuch in Dobbertin 1870 davon, dass "kein poetischerer Aufenthalt denkbar" sei. Er führte in Dobbertin viele Gespräche mit der Stiftsdame Mathilde von Rohr, die sein literarisches Schaffen ebenso inspiriert hätten wie die malerische Schönheit der Landschaft.

Das denkmalgeschützte Kloster Dobbertin wurde von Benediktinermönchen auf einer Halbinsel am Nordufer des Dobbertiner Sees gegründet. Von 1234 an war es fast 350 Jahre Benediktiner-Nonnenkloster und nach der Reformation knapp 400 Jahre evangelisches Damenstift.

Seit 1947 wurde es als Altersheim und Nervenklinik genutzt. 1991 übernahm die Diakonie die Anlage. Dabei handelt es sich um die einzige in ihrer Gesamtheit noch erhaltene Klosteranlage des Benediktiner-Ordens in Mecklenburg. Der künstlerisch anspruchsvolle Umbau der Klosterkirche im 19. Jahrhundert zählt zu den frühesten Beispielen neugotischer Sakralarchitektur in Norddeutschland. Die Kirche gehört dem Land.

Der Schweriner Landtag hatte sich 1996 für den Erhalt des Klosters als dauerhaften Standort der Behindertenhilfe ausgesprochen. Rund 30 Millionen Euro vom Land waren allein bis 2015 in die Sanierung der Anlage geflossen. Auf dem Klostergelände leben heute 270 Menschen mit Behinderungen.
Quelle: epd


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