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Der Segen Gottes, Kirche Crivitz

2.4 Der Dreieinige Gott

 

Mose hat dem Volk Israel gesagt (5 Mose 6,4), und Jesus hat es aufgenommen (Markus 12,29): „Höre, Israel, der HERR ist Gott, der HERR allein, der HERR der Eine.“ Das heißt: Dieser mit dem eigentlich unaussprechlichen Namen HERR ist unser Gott, keiner sonst, und er ist Einer, keine Vielheit. Es ist das Grundbekenntnis des biblischen und damit auch des christlichen Glaubens. Aber auf dem Boden des biblischen Glaubens spricht das christliche Bekenntnis vom Dreieinigen Gott. Was heißt das? Es ist keine Rücknahme des Bekenntnisses: Er ist der Eine; es ist keine höhere Mathematik, nach der eins und drei in eins zusammengerechnet werden könnten.

 

Der Eine Gott ist als Vater, Sohn und Geist in drei Weisen da:

- Gott als der Vater umfängt die Welt und die Menschen. Er ist der Schöpfer, das bedeutet nicht allein einen Anfang, an den sich keiner erinnern kann, sondern die ständige schöpferische und erhaltende Nähe Gottes: Wenn ein Kind geboren wird, wenn uns Nahrung und Gesundheit geschenkt werden: „Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir“ (Psalm 139,5).

 

- Gott als der Sohn Jesus Christus wird Mensch, lebt, spricht, handelt und leidet mit den Menschen. Der ferne Gott kommt uns nah, der unsichtbare Gott hat ein menschliches Gesicht, der ewige Gott begibt sich in unsern Tod – um den Tod in die Luft zu sprengen. Er sagt: „Wer mich sieht, sieht den Vater“ (Johannes 14,9). Er heißt auch der Erlöser, weil er mit dem Tod die tödlich wirkende Kraft der Schuld besiegt, die uns kaputt macht.

 

- Gott als die Geistkraft läßt uns spüren und glauben, daß der väterliche Gott uns umfängt und der menschgewordene Gott uns bis in die Schuld und durch den Tod hindurch nah ist. „Der Geist hilft unsrer Schwachheit auf“ (Römer 8,26).

 

Der Eine Gott ist in drei Weisen da, und die drei Weisen sind ein Zusammenwirken, wie ein Selbstgespräch, das Wirkung hat: „Ich will“, sagt Jesus, „den Vater bitten, und er wird euch einen andern als Tröster geben, daß er bei euch sei in Ewigkeit: den Geist der Wahrheit“ (Johannes 14,16+17).

 

Was man „Monotheismus“ nennt, ist ausgedacht: Es kann und soll nur einen Gott geben. Der dreieinige Gott gibt sich uns zu erkennen, weil er uns umfängt, weil er Mensch wird, und weil er uns sich selbst spüren und glauben läßt.

 

(c) Pfr. i.R. Dr. h.c. Jürgen Seim, Neuwied


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