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Weltleuchter in Form eines Kreuzes in St. Petri, Rostock

2.2 Jesus Christus, der Sohn

 

(Ich glaube) an Jesus Christus, (Gottes) eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt,, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.

 

Jesus ist sein Name, Christus sein Titel: der Gesalbte, der Messias, das ist der König der Juden.

Eingeborener Sohn: Das bedeutet der eine wirkliche Sohn; und der von Gott her geboren ist, nicht wie ein fremdes Kind adoptiert. Die Einzigartigkeit dieses Verhältnisses zwischen Vater und Sohn wird dadurch ausgedrückt, dass Gott selbst (der heilige Geist) der jungfräulichen Maria den Sohn schenkt.

Das Leiden Jesu führt ihn bis zum Äußersten: in den Tod. Der Name Pontius Pilatus zeigt an, dass nicht die Juden für den Tod Jesu verantwortlich sind, sondern der römische Statthalter, der Jesus als „König der Juden“ hinrichten ließ.

Wie seine Geburt etwas Einzigartiges ist, so auch sein Tod. Sein Leben fängt nicht mit seiner Geburt, sondern bei Gott dem Vater an; es endet nicht im Tod, sondern wieder bei Gott dem Vater. „Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters.“ In der Johannes-Offenbarung sagt er: „Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und des Totenreichs“ (1,18). Er kam vom Himmel auf die Erde, musste ins Totenreich, nahm dem Tod den Schlüssel ab und kehrte in den Himmel zurück. Daß er dem Tod den Schlüssel abgenommen hat, bedeutet: Er befreit alle Menschen vom Tod, er ist „der Erste von denen, die entschlafen sind“ (1 Korinther 15,20).

 

Er gehört also nicht nur in die Vergangenheit, sondern ihm gehört die Zukunft: er wird „kommen, zu richten die Lebenden und die Toten“. Er ist von Gott eingesetzt als Instanz, vor der sich alle Menschen zu verantworten haben.

 

Das Glaubensbekenntnis sagt über Jesus mit vier Schwerpunkten: Seine Bedeutung bei Gott und seine Geburt; seinen Tod und seine Bedeutung für uns.

Zwischen Geburt und Tod ist sein irdisches Leben ausgespart – die Lücke müssen wir mit Hilfe der Evangelien auffüllen.

 

(c) Pfr. i.R. Dr. h.c. Jürgen Seim, Neuwied


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