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"Nicht den Erwartungen des Sozialministeriums entsprochen"

Landesstelle für Suchtfragen MV schließt Geschäftsstelle

01.07.2015 ǀ Schwerin.  Die Landesstelle für Suchtfragen MV hat ab diesem Mittwoch (1. Juli) keine hauptamtliche, koordinierende Geschäftsstelle mehr. Grund für die Schließung der Einrichtung in Schwerin sei, dass das Land seine Förderung an kleinteiligen Projekten orientiere, teilte der Verein "Landesstelle für Suchtfragen MV" in Schwerin mit. Die in der Landesstelle zusammengeschlossenen Verbände bedauerten die Schließung ihrer Geschäftsstelle außerordentlich, erklärte Vereinsvorsitzender Peter Grosch.

Angesichts der weit verbreiteten Suchtmittelabhängigkeit wäre es dringend erforderlich, Kräfte zu bündeln und größere Anstrengungen zu unternehmen, sagte Grosch. Seit langem setze sich die Landesstelle dafür ein, dass das Land dieser Thematik mit einem Sucht- und Drogenbeauftragten mehr politisches Gewicht verleiht. Nach einer aktuellen Studie des Robert-Koch-Instituts trinkt im Nordosten jeder dritte Mann und jede fünfte Frau zu viel Alkohol, hieß es.

Das Schweriner Sozialministerium teilte auf Anfrage mit, dass die fachliche Arbeit der Landesstelle für Suchtfragen "in letzter Zeit nicht den Erwartungen des Sozialministeriums" entsprochen habe. Eine sachgerechte Durchführung der Projektarbeit sei aber Voraussetzung für Fördermittel. Das Ministerium suche weiterhin das Gespräch mit dem Vorstand der Landesstelle. Ein Termin sei seit Längerem für Ende Juli vereinbart. "Wir haben nach wie vor Interesse an einer kompetenten Aufgabenwahrnehmung, die insbesondere in der Unterstützung der Arbeit der kommunalen Suchtberatungsstellen liegt."
Quelle: epd