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15. Tag der Kirchbau-Fördervereine in Vellahn

Erhalt der Zeugnisse aus Fels und Backstein braucht einen langen Atem

06.07.2014 ǀ Vellahn.  Rund 170 Vertreter von Kirchbauvereinen und Baufachleute aus der gesamten Nordkirche kamen am Sonnabend zum "Tag der Fördervereine" in der Dorfkirche Vellahn (Kreis Ludwigslust-Parchim) zusammen.

Fördervereine und Kirchengemeinden brauchen einen langen Atem und gelegentlich die „Jetzt-erst-recht“-Haltung: „Um nicht aufzugeben, sondern weiterzumachen, wenn zum wiederholten Male Förderanträge abgelehnt werden“, sagte der Schweriner Bischof Andreas von Maltzahn auf dem bereits zum 15. Mal stattfindenden Treffen der Kirchbau-Fördervereine. Er selbst habe als Vikar im Vipperow einen Bittbrief an die EU nach Brüssel geschickt, auf den er bis heute keine Antwort erhalten habe. "Wir mussten das Geschäft erst lernen."

In der Dorfkirche, deren Turm momentan eingerüstet ist, kamen gut 170 Vertreter von Kirchbauvereinen und Baufachleute aus der Nordkirche zusammen. Aktuell werden allein in Mecklenburg-Vorpommern mehr als 200 Fördervereine gezählt, die sich mit um den Erhalt der Zeugnisse aus Fels und Backstein kümmern. Diesen und ebenso den Baureferenten der Landeskirche und den Baubeauftragten in den Kirchenkreisen dankten Bischof Andreas von Maltzahn und Propst Dirk Sauermann für ihr vielfältiges Engagement.

Für die Landesregierung würdigte Ministerialrat Ulrich Hojczyk alle, die „mitgeholfen haben die Kirchen wieder zur Zierde ihres Ortes werden zu lassen“. Zugleich betonte er, dass Kirchen nicht nur eine Angelegenheit der Amtskirche seien. Insbesondere kleine Kirchengemeinden sind beim Erhalt laut Ulrich Hojczyk „auf die Solidarität nicht konfessionsgebundener Mitbürger ebenso angewiesen, wie auf die Rückbesinnung staatlicher Institutionen auf das gemeinsame Kulturerbe“.

Gelungen Beispiele vorgestellt

Im Mittelpunkt des Treffens stand die Frage, welches Potential historische Kirchräume für die Zukunft haben. Die Architektin Nicole Stölken veranschaulichte Chancen und Risiken an konkreten Projekten. „Innovative Konzepte sind bei Umbauten und Umnutzungen ebenso möglich, wie die Gefahr, wertvolle Bausubstanz zu gefährden“, so die Hamburgerin. Insbesondere das Beispiel einer neu gestalteten Friedhofskapelle im niedersächsischen Garstedt stieß auf großes Interesse. „Solch eine würdig gestaltete Kapelle hätte ich auch gern. Unsere Räume erinnern eher an eine Garage“, sagte Vellahns Pastor Christian Lange.

Ein gelungenes Beispiel aus der Region Parchim präsentierte der Förderverein der Kirche Blücher. „Im Zuge der Kirchturmsanierung konnten wir mit Fördergeld eine neue Aussichtsplattform schaffen. Besucher können von hier einen herrlichen Blick in die Elbe-Flusslandschaft genießen“, berichtete Ulrich Dreßler. Am Nachmittag besuchten die Teilnehmer des Tages der Fördervereine die Kirchen im westmecklenburgischen Zahrensdorf und im schleswig-holsteinischen Lauenburg. Im kommenden Jahr findet das Treffen am 30. Mai im mecklenburgischen Schönberg bei Wismar statt.
Quelle: Bischofskanzlei Schwerin/kmv
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