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Geschichte

10.315 Tage mit und ohne Mauer - Hoffmeister: "Zeit der Aufarbeitung ist nicht vorbei"

05.02.2018 ǀ Schwerin/Berlin.   Zum Tag der Zeitenwende in der Geschichte der Berliner Mauer am 5. Februar hat die mecklenburg-vorpommerische Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU) die Fortsetzung der Aufarbeitung des DDR-Unrechtssystems angemahnt. Millionen Menschen seien der Willkür und dem Zwang des SED-Regimes ausgesetzt gewesen, sagte sie am Sonntag in Schwerin. Viele Täter von damals würden heute erst enttarnt, wenn die Opfer die Kraft finden, über diese Zeit zu sprechen. Daher dürfe es keine Fristen bei Anträgen auf Rehabilitierung und Wiedergutmachung sowie für Einsicht in die Stasi-Akten geben.

Am 5. Februar ist die Berliner Mauer genauso lange weg, wie sie die Stadt teilte. Sie stand zwischen dem 13. August 1961 und dem 9. November 1989 - genau 28 Jahre, zwei Monate und 27 Tage. Ebenso lange, nämlich 10.315 Tage, ist die Mauer nun verschwunden.

Für viele Menschen werde mit diesem Tag erst vorstellbar, wie lange diese "unmenschliche Mauer Menschen und ihre Schicksale bestimmte", sagte Hoffmeister weiter. Doch mit dieser Zeitenwende in der Geschichte der Mauer sei "das eingemauerte Unrecht" noch längst nicht aufgearbeitet. Es würden noch immer wieder neue Erkenntnisse auftauchen, nach denen auch die Zahl der Toten an der deutsch-deutschen Grenze korrigiert werden müsse. Insgesamt wurden durch das SED-Regime an der Grenze 327 Menschen getötet.

In Berlin wird am 5. Februar in der Gedenkstätte Berliner Mauer mit einer Podiumsdiskussion die Sonderausstellung "28 / 28" eröffnet. Gezeigt werden Fotos aus je 28 Jahren Berlin mit und ohne Mauer. Jeweils eins der bislang zumeist unveröffentlichten Bilder stehe dabei für ein Jahr zwischen 1961 und 2018, wie die Stiftung Berliner Mauer in der Hauptstadt ankündigte. Die Ausstellung im Besucherzentrum der Gedenkstätte an der Bernauer Straße ist vom 6. Februar bis zum 15. August zu sehen.
Quelle: epd