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Brot des Lebens und Kelch des Heils. Abendmahlsvorbereitung beim Kirchentag Neubrandenburg 2002.

1. Unser Vater

 

Der Gott, von dem die Bibel spricht, der Gott Israels und der Gott Jesu, soll nicht verwechselt werden: nicht mit andern Göttern, nicht mit etwas Göttlichem, nicht mit dem Schicksal. Er ist: Er selbst. Das Schicksal hört nichts und sagt nichts. Der biblische Gott spricht Menschen an und lässt sich ansprechen – im Gebet. Jesus wurde von seinen Freunden (den Jüngern) gefragt, wie sie beten könnten. Er antwortete ihnen, indem er ihnen ein Gebet gab, wie ein Muster für weitere eigne Gebete.

 

Er sagte: Sprecht ihn an als den, der ganz wichtig und ganz nah für euch ist: Unser Vater. So haben ihn schon die Menschen in Israel angesprochen: Vater.

Und sagt ihm, dass er für euch wichtig ist:

Geheiligt werde dein Name. Es geht uns um dich selbst, darum soll dein Name heilig gehalten werden, als etwas Besonderes, etwas Einmaliges. Denn du bist der Eine, der Einzige für uns.

Dein Reich komme. Du sollst das Sagen haben auf der Erde, nicht die selbsternannten Herrscher.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Wenn es nach unserm Willen geht, gibt es ein großes Durcheinander auf der Erde, denn jeder und jede will etwas andres. Dein Wille soll sich durchsetzen, das ist gut für uns alle.

Und dann sagt ihm, was für euch nötig ist:

Unser tägliches Brot gib uns heute. Du hast uns das Leben geschenkt, darum erhalte es uns, dass wir von einem Tag auf den nächsten unser Auskommen haben und hoffentlich gesund sind, und dass wir Hilfe bekommen, wenn es uns schlecht geht.

Und vergib uns unsre Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Was wir immer wieder verkehrt machen, das räume du aus, wenn wir es nicht schaffen.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Die Versuchung wäre, ohne dich leben zu wollen; das Böse, von dir getrennt zu werden. Halte uns bei dir fest.

Alles, was über unsern Horizont hinausgeht, liegt in deiner Reichweite, darum können wir dir nicht verloren gehen, und dafür danken wir dir: Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

(c) Pfr. i.R. Dr. h.c. Jürgen Seim, Neuwied


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